Extra

Mit der Feder geschrieben


In Fesseln bin ich frei



Über die Schönheit


Lebendig

Texte

Yonimassage

Vielleicht hast du noch nie von einer Tantramassage oder von einer Yonimassage gehört, oder deine Information darüber sind ungenügend, oder du möchtest noch einmal nachlesen, was dich dabei eigentlich erwartet.
Vielleicht hast du auch schon einen "Hand Job" erhalten, von dem behauptet wurde, es sei so eine Tantramassage gewesen.
Ich möchte hier beschreiben, wie du so eine Massage erleben könntest.
Um dir Appetit zu machen, selbst einmal eine zu genießen.
Tantramassage ist aber noch viel mehr, als hier beschrieben.
Tantramassage berührt dich in deiner Seele.
Aber davon vielleicht ein anderes Mal.

Ein Platz in deiner Wohnung wird liebevoll hergerichtet: Der Raum ist angenehm warm und es tönt leise, meditative Musik. Kerzen geben stimmungsvolles Licht und eine Duftlampe spendet dem Raum ein sinnliches Aroma. Auf dem Boden ist ein Lager für dich bereitet: eine einladende Liegefläche mit farblich aufeinander abgestimmten Decken und Frotteetüchern. Ich setze mich zu dir, erzähle von der Massage und frage, was dir wichtig ist, was ich von dir und deinem Körper wissen muß, damit die Massage auch wirklich lustvoll und entspannend für dich werden kann. Du hast jetzt schon Vertrauen in mich und freust dich, als ich dir ein schönes farbiges Tuch reiche und dich bitte, dich gleich zu entkleiden und den Lungi anzulegen. Dann verlasse ich den Raum. Nach ein paar Minuten klopfe ich an der Tür und betrete wieder den Raum, ebenfalls nur mit einem Lungi bekleidet. Du genießt das herrlich sinnliche Gefühl, dass wir beide unter dem sich anschmeichelnden Stoff eigentlich nackt sind, uns doch aber in exotischer Bekleidung gegenüberstehen.

Ich nehme deine Hände, schaue dir in die Augen, lächele und als du dich auf mich einlassen kannst, beginne ich mit ruhiger Stimme dich anzusprechen und das Ritual zu eröffnen. Ich lade dich ein, mit mir auf eine Art Reise zu gehen, zu dir selbst, deinem Körper, deiner Seele, deiner Sinnlichkeit. Und Du vertraust mir, ich werde dich verwöhnen, du wirst nichts zu tun haben, als tief zu atmen, deinen Körper und deine Gefühle zu beobachten und zu genießen. Du schließt die Augen, um nur noch zu fühlen.
Sanft streichen meine Hände über deinen Kopf, deinen ganzen Körper. Ich umkreise dich dabei und schließlich halte ich dich, hinter dir stehend, in meinen Armen und gebe dir ein Gefühl von tiefer Geborgenheit.
Langsam löse ich mich von dir, löse den Knoten deines Lungis und du erschauerst vor Vergnügen, als der Stoff sanft über deine Haut streicht. Du lässt dich von mir zum Lager führen und bemerkst, dass auch ich seinen Lungi abgelegt habe. Ich helfe dir, dich auf den Rücken zu legen, decke dich mit dem sanften Tuch zu und helfe dir noch einmal, dich ganz auf deinen Atem und die Empfindungen deines Körpers zu konzentrieren. Du brauchst nichts zu tun, wirst nur empfangen, genießen. Ich werde dich verwöhnen, deine Sinne weiter erwecken.
Als ich vorsichtig, aber bestimmt, deinen Arm in seine Hände nehme und ihn leicht hin und her bewege, gelingt es dir immer besser los zu lassen und dich mir vertrauensvoll hinzugeben, die Kontrolle abzugeben.
Du fühlst, wie wohltuend das ist. Deine Arme werden bewegt, gestreichelt, sanft massiert und ausgestrichen. Als ich deine Hände sanft und doch auch kräftig verwöhne, ja, als ich dir die Finger massiere, entweicht dir zum ersten mal ein leichtes Stöhnen: so zärtlich lustvoll ist das.
Deine Beine werden sanft in die Länge gezogen und an meinem Bauch abgelegt: du spürst meinen Atem in den Bewegungen meines Bauches. Du fühlst dich gehalten und vertrauensvoll mit mir verbunden.
Dann überrasche ich dich vielleicht mit herrlich warmen feuchten Frotteetüchern, mit denen ich dein Sakralchakra bedecke und deine Arme und Beine mit einer rituellen Waschung verwöhne. Langsam und sinnlich werden die Tücher abgezogen. Du fühlst dich königlich, als ich dich mit deinem Lungi zudecke und dich eben ganz deinen Empfindungen überlasse.
Unendlich langsam wird das Tuch wieder von dir abgezogen, die feinen Fransen gleiten über deinen Körper und streicheln deine Haut. Du liegst mit geschlossenen Augen da und gibst dich ganz der Empfindung hin: da kratzt etwas zart an deinem Bein, da streichelt dich etwas unendlich Weiches, da gleitet etwas Kühles über deine Haut, da necken dich zärtlich klopfende Fingerspitzen. Du lächelst vor Vergnügen bei diesem sinnlichen Spiel überall auf deinem Körper und findest dich schließlich wieder sanft aber sicher an Herz und Sakralchakra gehalten. Schließlich he ich dir, dich aufzusetzen. Ich setze mich hinter dich, streiche dir mit zärtlichen Fingern mehrmals die Wirbelsäule hoch und schließlich lehnst du dich zurück, sitzt an mich geschmiegt, sicher in meinen Armen gehalten.
Dann liegst du auf dem Bauch und genießt meine Berührungen. Mit meinen männlichen Händen streiche ich über deine Rückseite. Ich halte dich am Kreuzbein fest und bringe deinen gesamten Körper zum Schaukeln und Schwingen. Dann fühlst du mich plötzlich nicht mehr und du gibst dich den Nachempfindungen dieses Schaukelns hin. Ich fange an, auf deinem Kreuzbein mit den Fingern zu kreisen, erst klein und zart, dann in größeren Kreisen, fester, bis die Reibung deine Haut erwärmt. Ich beginne auf das Kreuzbein zu klopfen, steigere die Intensität bis ich kraftvoll darauf trommele. Ein unglaubliches Wohlgefühl durchflutet dich. Plötzlich hört die Bewegung auf, für einen kurzen Moment spürst du nur noch der verebbten Bewegung nach. Dann fühlst du wieder meine Hände über deinen Rücken streichen und wirst durch meinen heißen Atem auf deiner Haut überrascht. Wohlig nimmst du war, wie ich mit diesem unendlich zärtlichem Atem deine Wirbelsäule nach oben gleite, bis zu deinem Nacken.
Danach reibe ich mir die Hände mit herrlich warmem Öl ein und beginne in immer länger werdenden Strichen deinen Rücken hinauf zu streichen, die Wirbelsäule entlang, den großen Muskel rechts und links daneben. Du merkst, wie deine Energie erweckt und verteilt wird. Als dann dein gesamter Rücken mit langen Strichen verwöhnt wird, möchtest du vor Wonne dahinschmelzen. Mal sanft, mal kräftig, mal schnell, mal wie in Zeitlupe, es ist jedes mal ein wunderbares, sinnliches Erlebnis.
Dann ergreife ich eins deiner Beine, halte es sicher in meinen Händen, bewege es hin und her, bis du auch hier willig deine Kontrolle abgibst und dich vertrauensvoll meinen liebevollen Händen überlässt.
Ich habe dein Bein auf meinem nackten Schenkel abgelegt und bestreiche es andächtig mit dem warmen Öl. Mal mit kräftigen Strichen, mal mit zarten Berührungen massiere ich das ganze Bein, streiche über deinen Po, deinen ganzen Rücken hinauf und du fühlst dich so wohl unter meinen Händen. Ich salbe liebevoll deinen Fuß, verwöhne ihn mit zarten Berührungen und kraftvollen Strichen. In fast nicht enden wollenden, langsamen, langen Bewegungen streiche ich deine Fußsohle aus. Dann massiere ich jeden einzelnen Zeh und als ich dann mit meinem kleinen Finger zärtlich in die Zehenzwischenräume eindringe, könntest du vergehen vor Wohlbehagen!
Nachdem ich mich zwischen deine gespreizten Schenkel gesetzt habe, streiche ich die gesamten Beine hoch bis zum Po und beginne ihn erst zärtlich zu streicheln, zu umkreisen um ihn dann endlich mit kräftiger Massage zu verwöhnen und deine Muskeln zu lockern. Als ich dich so richtig weich geknetet und gelockert habe, streiche ich dir noch ein paar mal deinen gesamten Körper aus und du fühlst dich tatsächlich von Kopf bis Fuß verwöhnt, angenommen, geliebt.
Du hast dich langsam umgedreht und liegst jetzt auf dem Rücken, wohlig von dem Lungi zugedeckt. Ich sitze an deinem Kopf und halte dich an den Schultern, drücke sie auf die Unterlage und du fühlst dich wieder geerdet. Ich streiche von den Schultern aus unter deinem Nacken entlang, zärtlich durch dein Haar. Du genießt meine Fingerspitzen, die dir eine wunderbare Kopfhautmassage geben. Dann wird dein Gesicht verwöhnt und du möchtest fast zerfließen vor Genuss, als ich deine Ohren zärtlich knetend berühre! Schließlich gebe ich dir noch Zeit, den wunderbaren Gefühlen nachzuspüren und halte für ein paar Atemzüge deinen Kopf sicher in meinen Händen.
Warmes Öl tropft auf dein Herzchakra und wird mit zart-kreisenden Bewegungen auf deinem Oberkörper verteilt. Meine Hände umkreisen vorsichtig deine Brüste, mal nur eine, mal beide gleichzeitig. Sanft werden sie massiert und gestreichelt und endlich werden auch die Knospen mit einbezogen. Mit liebevollen Berührungen werden sie erweckt. Das alles fühlt sich für dich so richtig an, du fühlst dich geachtet und in Sicherheit.
Und mit gleitenden, langen Bewegungen wird dein Bauch mit in die Massage einbezogen, meine Hände umkreisen deinen Nabel, kleine Kreise, große Kreise, gleiten wie absichtslos auch mal über deinen Venushügel um dann wieder deine Seiten entlang zu streichen, bis zu deinen Händen.
Dann wird dein Bein auf meinem nackten Schenkel abgelegt und wieder genießt du, wie ich das warme Öl auf deiner Haut unendlich sinnlich verstreiche, dein Bein massiere und immer wieder langsam die ganze Länge des Beines hoch streiche, durch die Leistenbeuge, über deinen Körper bis zu den Schultern! Dabei streifen meine Hände ab und an leicht deine Venuslippen - und das fühlt sich so natürlich an, dass du dich kein bisschen bedrängt fühlst. Du fühlst dich sicher, angenommen und geliebt.
Behutsam nehme ich wieder zwischen deinen Schenkeln Platz. Ich reibe kräftig meine Hände aneinander und du spürst ihre wohlige Wärme, als ich sie auf deinem Unterbauch ablege und so einen ersten Kontakt mit deinen weiblichen Organen aufnehme. Sanft massiere ich auf der Bauchdecke deine Eierstöcke, deinen Uterus, deinen Unterleib. Eine Hand gleitet zum Herzchakra, die andere legt sich wie schützend um deine Yoni. Ganz vorsichtig beginnt die Hand nach einer Weile zu vibrieren, zu kneten, zu pulsieren. Wohlig seufzend fühlst du, wie sich Energie von deiner Yoni ausbreitet und mit der des Herzens verbindet. Du öffnest vertrauensvoll deine Schenkel etwas weiter und gibst dich ganz den langsamen und zarten Berührungen hin. Deine Venuslippen werden gehalten und vorsichtig, zärtlich massiert, so wie du das noch nie erfahren hast. Wie die Blätter einer Rose öffnen sie sich unter seinen Fingern, jedem Detail deiner Yoni wird liebevolle Aufmerksamkeit gewidmet. Und leise bitte ich dich um deine Erlaubnis, in den Tempel eindringen zu dürfen. Ganz vorsichtig, langsam schlüpft mein gut mit Gleitmittel benetzter und von einem Handschuh bedeckter Finger in dein Allerheiligstes ein. Deine Yoni bewegt sich dabei wie von selbst und saugt ihn gleichsam nach innen! Mit unendlicher Geduld ruht er in dir und als ich langsam anfange, den Finger wie in Zeitlupe zu bewegen und dich zu massieren, fühlst du dich tatsächlich wie verehrt. So bist du noch nie berührt worden, du spürst Stellen in dir, die du nie zuvor gefühlt hast. Und alles ohne bedrängt zu werden, ganz voller Wertschätzung, ganz natürlich-richtig. So wie von außen, so wird auch von innen deiner Yoni alle Zärtlichkeit und Aufmerksamkeit entgegengebracht. Du fühlst dich angenommen und sicher. Deine Lust erwacht immer weiter und du gibst dich ihr hin. Du gibst durch deine Bewegungen, deine Laute, deine Worte den Verlauf an. Du, dein Körper bestimmt, wie es weitergeht: ob du deiner Erregung gestattest, dich in Orgasmen zu verströmen, oder ob du einfach die zarte Lust sanfter Berührungen genießen möchtest. Dein G(öttinnen)-Punkt wird liebevoll massiert, vielleicht öffnen sich völlig neue Empfindungen für dich. Es kann sogar sein, dass deine weiblichen Wasser plötzlich anfangen zu sprudeln und du dich squirtend verströmst. Alles ist möglich, alles ist gleich gut. Niemand erwartet etwas von dir, was auch immer von dir aus geschieht, ist richtig!
Und nachdem du dich wieder etwas beruhigt hast, verabschiedet sich der Finger aus deiner Yoni genau so behutsam, wie er sie betreten hat. Du schließt in Gedanken die Blätter deiner Rose wieder und ich schließe sanft deine Venuslippen.
Mit sanften langen Bewegungen streiche ich noch ein paar mal über deinen ganzen Körper, verteile die Energie von den Füßen bis zu den Schultern, gebe dir das Gefühl, aus einem Stück zu sein.
Ich halte mit warmen Händen auf Herz und Yoni für ein paar Atemzüge inne, dann löse ich den Kontakt und decke dich mit dem Lungi zu.
Du kuschelst dich auf die Unterlage und spürst noch für ein Weilchen den Empfindungen in deinem Körper und deiner Seele nach und möchtest fast weinen vor Glück.

 

In Fesseln bin ich frei

Ich strecke ihm meine Arme entgegen. Die Handflächen zueinander, die Unterarme locker nebeneinander.
Er greift meine Arme.
Das Seil wird um meine Handgelenke geschlungen. Ich registriere noch, wie er kontrolliert, ob die Schlingen auch genug Spiel haben. Er zieht meine gefesselten Hände hoch, gerade über meinen Kopf.
Ich lasse geschehen, gebe mich hin.
Er hat sich wohl hinter mich gesetzt, er zieht mich ganz vorsichtig an sich heran.
Ich liege an ihn gelehnt, die Hände über dem Kopf und spüre wie er unendlich langsam meine Arme entlang streicht, ganz, ganz zart. Fast berührt er nur die feinen Härchen, die sich lustvoll aufgestellt haben.
Ich zerfließe vor Hingabe und Wohlbehagen.
Seine Hand berührt ganz leicht meinen Oberkörper, streifen nur ganz eben über meine Brüste. Meine Knospen recken sich ihm entgegen, aber die Hand liegt schon warm und beruhigend auf meinem Bauch. Auch als seine andere Hand sich genau so zart über meinen nackten Körper bewegt, habe ich keinen Impuls, mich zu bewegen.
Ich liege halb auf ihm, gebe mich den wunderbaren Gefühlen hin, die seine Berührungen auslösen.
Jetzt richtet er mich etwas auf -  wieviel Zeit ist vergangen? Ist Zeit vergangen?
Ein Seil legt sich um meinen Oberkörper.
Es umschließt mich gerade unterhalb meiner Brüste.
Das fühlt sich gut und sicher an. Ich fühle mich noch mehr gehalten. Ich fühle mich dabei so unendlich frei!
Ich kann gar nicht so mehr so wirklich registrieren, was genau geschieht, gerate in einen tranceartigen Zustand.
Es ist dieses wattige Gefühl, wie beim Dösen auf der Couch, an einem faulen Sonntagnachmittag.
Er hat das Seil wohl noch ein paar mal um mich gelegt, es gibt mir Halt und Geborgenheit. Meine Brüste sind umschlungen, fest drückt der Hanf in sie hinein und ich fühle mich auch da gehalten, in Sicherheit.
Das liebkosende Streicheln seiner Hände und der sanft-feste Druck des Seils sind zu einer Gefühls-Sinfonie verschmolzen.
Ich fühle mich sicher und geliebt.
Ich schwebe wie auf einer Wolke.
Zeit hat schon lange ihre Bedeutung verloren.

Ich liege auf der Seite.
Seine Hände haben ihren langsamen, betörenden Tanz unterbrochen.
Ich schwebe weiter.
Eine Schlinge um mein Fußgelenk.
Eine Schlinge um meinen Oberschenkel.
Fest wird meine Ferse fast an den Po gezogen.
Schlinge um Schlinge umfassen mein Bein, bis sie das Knie erreichen.
Seine Hand gleitet meinen Schenkel entlang.
So viel Genuss.
Ein bestimmter Zug am Seil bringt mich in Rückenlage.
Mein Knie fällt wie von selbst nach außen und mein Geschlecht öffnet sich seinen liebevollen Blicken, seinen zärtlichen Berührungen.
Ich empfinde keinerlei Scham dabei, mich ihm so zu öffnen.
Es ist nicht meine Entscheidung, ich bin ja gefesselt.
Ich bin gebunden und endlich frei von irgendwelchen Moralvorstellungen meiner Erziehung:
"Das macht man nicht!"
Ich mache nichts.
Es geschieht.
Ich bin nicht verantwortlich.
Die Seile bringen mich in die Position, nach der mein Körper lechzt.
Keine Schere im Kopf hindert mich mehr.
Ich bin frei.

Er berührt mich zart.
Er berührt mich fordernd.
Der Zug am Seil erinnert mich immer wieder daran, dass ich nichts zu verantworten habe, dass er bestimmt, was geschieht.
Seine Hände bewegen sich über meinen gesamten Körper.
So zart, dass ich Gänsehaut bekomme.
So besitzergreifend kräftig, dass ich lustvoll aufstöhne.
Kein Widerstand ist möglich.
Ich gehöre ganz ihm.
Er kann mit mir machen, was immer er will.
Kein Widerstand - ich kann ihm nicht widerstehen.
Ich will ihm nicht widerstehen.
Er hat mich weit geöffnet - meinen Körper und meine Seele.
Er kann mit mir machen, was immer er will.
Und er macht.
Er berührt mich, wie mich noch niemand berührt hat.
Und ich bin voller Hingabe.
Er dringt in mich ein und ich bin ihm so weit geöffnet.
Zart erkunden seine Finger die geheimsten Orte.
Sie berühren mich an Stellen, von denen ich bislang noch nie etwas gefühlt habe.
Sein ganzer Körper schmiegt sich an mich, ich werde von ihm ummantelt, gehalten, geführt.
Geführt in immer tiefere Hingabe, in immer höhere Lust.
Ich öffne mich ihm immer weiter, sehne mich danach, ihn ganz in mir zu spüren und zugleich ganz von ihm umhüllt zu sein.
Er füllt mich aus, mein Fleisch ist zum Zerreißen gespannt und ich winde mich vor Lust um seine Hand.
Glück überschwemmt mich.
Es ist nicht zu verstehen, schon gar nicht zu beschreiben wie unglaublich es sich anfühlt so ihn so stark von innen und außen gleichzeitig zu spüren.
Es ist, als ob das Universum in Urgewalt zerbirst und ich verströme mich in Lust und Wohlempfinden.
Ich schwebe in einem Meer von Sternen.
Farben - Lichter - Emotionen.
...
Zärtlich hält er mich in seinem Arm.
Elektrische Schauer des Glücks laufen immer wieder durch meinen Körper.
Er löst Knoten um Knoten und unendlich langsam zieht er die Seile unter meinem Leib hervor.
Wieviel Wonne kann ich eigentlich aushalten?

Schließlich liege ich nackt und nass an seinen Körper geschmiegt.
Die Seile hat er mir abgenommen - ich fühle mich so sehr verbunden.
Ich fühle mich.
Ich bin ganz bei mir.

 

 

Über die Schönheit

„Schönheit ist vergänglich!

Und bei mir ist sie schon seit langem dahin.
Ne, nee.“

Die alte Dame hatte auf ihre Hände geschaut. Jetzt nahm sie sie vom Tisch und versteckte sie in ihrem Schoß.

„Das ist so nicht richtig!“
Der Herr ihr gegenüber sah ihr direkt in die Augen.

„Ich will hier gar nicht Süßholz raspeln und Ihnen die Komplimente machen, die Sie verdienen.“
Sie blickte ihn fragend an.

„Ich bin sozusagen Fachmann für Schönheit.“
Er griff ohne den Blick von ihr zu nehmen zu seiner Kaffeetasse und trank einen Schluck.

„Ich habe mein Leben der Schönheit gewidmet!“ verkündete er.
„Ich bin Maler, Kunstmaler, müssen Sie wissen.“
Er setzte die Tasse zurück und beugte sich leicht zu der Dame vor.

„Ich will Ihnen das mit der Schönheit gerne erläutern.
Schönheit – darunter verstehen die meisten Perfektion, das Ideal.
Die perfekte Form ist eine Kugel, oder um bei meiner Profession zu bleiben, der Kreis.
Nun stellen Sie sich das mal bildlich vor: ein schwarzer Kreis auf weißem Quadrat, genau mittig.
Alles im Gleichgewicht, optimaler Kontrast, alles perfekt. 
Und entsetzlich langweilig!
Ist Langeweile denn Schönheit?
Sicher nicht!“

„Nein, aber ich habe da diese Tuschezeichnung hängen. Aus Japan, oder Korea, jedenfalls aus Fernost. Da ist mit einem einzigen Pinselstrich mit schwarzer Tusche ein Kreis gemalt. 

Ich liebe dieses Bild, ich schaue oft darauf und es hilft mir beim Meditieren“ gab die Dame zu bedenken.

„Genau, da haben wir ein perfektes Beispiel“ bestätigte der Maler.
„Ihr japanischer Tuschekreis ist von Hand gemalt. 

Sie können sehen, wo der Meister den Pinsel aufgesetzt hat: da ist der Strich etwas breiter. Und wo der Pinsel das Papier verlassen hat läuft der Strich dünner aus.

Der Kreis ist nicht so perfekt rund, wie der ideale, der langweilige aus meinem Beispiel.
Er steht auch nicht so exakt in der Mitte.
Ein Meister weiß, dass er sich der idealen Form nur annähern kann, dass aber genau die Abweichung vom Ideal das Lebendige, das Künstlerische ausmacht.
In Ihrer Tuschezeichnung sehen Sie die Spur des Bemühens eines Meisters um Perfektion.
Das Tuschebild ist die Materie gewordene Spur dessen, was der Meister sein Leben lang geübt, gemalt, gelebt hat.
Das ist letzten Endes die Schönheit: nicht das Ideal, sondern die Spur unseres Strebens, das Zeugnis unserer Tätigkeit, unseres Bemühens nach dem Ideal.“

„Sie wollen also sagen, dass die Schönheit darin liegt, dass etwas nicht ganz perfekt ist?
Ist das nicht ein Widerspruch in sich“ wandte die Dame ein.
„Nein, das ist kein Widerspruch“ erwiderte der Maler.
„Sehen Sie sich in den Künsten um:
die Schönheit eines Musikstückes liegt nicht in der Aneinanderreihung von perfekten Harmonien, sondern in der Spannung der harmonischen zu den weniger harmonischen Tonabständen – bis hin zu krassen Dissonanzen.“

Die beiden verstummten und jeder hing eben seinen Gedanken zu diesem Thema nach.

„Aber was hat das jetzt damit zu tun, dass meine Schönheit verblüht ist? 
Ich bin alt geworden, die Haut ist schlaff und runzelig. 
Da ist keine Schönheit mehr“, seufzte die Dame.

„Jetzt bekommen Sie mich doch fast dazu, dass ich Ihnen Komplimente mache.“
Der alte Herr sah sie aufmerksam an.

„Aber ich will nicht Ihre persönliche Schönheit besingen. 
Das könnten Sie mit einem ‚ach was‘ beiseite wischen.
Lassen Sie es mich weiter allgemein halten, bis Sie sich selbst darin wiederfinden können.

Sie haben hier in Ihrem Wohnzimmer diesen wunderbaren Sekretär:
edles Holz, die alte lederne Schreibunterlage.
Ein Erbstück?“

„Ja, da hat meine Großmutter schon ihre Korrespondenz dran geführt.
Sie hat ihn geliebt!“

„Sehen Sie, das Möbel war schon ein besonders schönes Stück, als Ihre Großmutter es bekommen hat.
Die feine Tischlerarbeit, die ausgewogenen Proportionen, die anmutigen Verzierungen, die stabile Schreibplatte mit der Unterlage aus Leder.
Ich stelle mir vor, wie das frische Holz geduftet hat!
Und ist der Sekretär mit den Jahren hässlich geworden?
Er war aus der Mode gekommen, das ja.
Er entsprach irgendwann nicht mehr dem allgemeinen Geschmack.
Aber er hat seine Schönheit behalten.
In gewisser Weise hat er sogar an Attraktivität zugenommen.

Stellen Sie sich einfach mal das gleiche Möbel in fabrikneu daneben vor: das alte ist das wertvollere, das schönere.
Mit all seinen Gebrauchsspuren: dem abgeschabten Holz, wo die Schublade immer entlanggeglitten ist. Die vom vielen Anfassen rund und glatt geschliffene Vorderkante. Das Holz vom Alter gedunkelt, selbst die Kratzer und die paar Tintenflecke machen es nicht hässlich.
Sie sind Spuren von Gebrauch, sie laden das Möbel mit Bedeutung auf.
In diesem Fall mit der Bedeutung all der Gedanken, die Ihre Großmutter daran zu Papier gebracht hat. Und die Ihrer Mutter. Und dann Ihrer eigenen.
Das sind alles Spuren des Geistes, die in der Materie ihre Form gefunden haben.
Vom Entwurf des Möbeldesigners angefangen bis hin zu den Spuren derer, die dieses Möbel benutzt haben“

„Sie meinen also, der Sekretär sei schön, weil er alt ist?“
Die alte Dame sah den Maler zweifelnd an.

„Nein, es gibt natürlich auch hässliche alte Möbel.
Die waren aber nie schön – höchstens mal modisch. Nicht das Alter hat sie hässlich gemacht.
Die Schönheit vergeht nicht.
Im Gegenteil, die Spuren, die der Gebrauch und die Jahre hinterlassen haben, sind noch ein zusätzlicher Wert, etwas was sie einem gleichen neuen Stück voraus haben.“

Der alte Maler erhob sich, ging um den Tisch herum zu der Dame und nahm ihre Hand.
„Vielen Dank für den Kaffee. 
Und noch mehr für das Gespräch.
Ich möchte jetzt die letzten Sonnenstrahlen nutzen und ein wenig spazieren gehen. 
Das Herbstlicht auf dem bunten Laub der alten Bäume ist einfach zu schön, um es zu verpassen.“

Er hob ihre Hand ein wenig und deutete ganz altmodisch einen Handkuss an.
„Einen angenehmen Abend noch.
Und denken Sie an meine Worte, wenn Sie sich nachher im Spiegel betrachten.
Die Schönheit vergeht nicht.
Die Spuren des Lebens erhöhen sogar noch ihren Wert!“


Lebendig

Ich fühle mich so unglaublich lebendig, so voller lustvoller Energie, so randvoll mit Freude und Liebe!

Ich wache nachts auf und habe eine steinharte Erektion – wie ein Teenager.

Mein bestes Stück fühlt sich lebendig und sensibel an. Manchmal so unglaublich gefühlvoll, dass ich mich eben aus meiner Partnerin zurückziehen muss, um mich nicht zu verströmen. Wenn sie jetzt auch nur mit dem Finger seine Spitze berührte, ich würde sofort vor Lust explodieren!

Ich konzentriere mich auf die richtige Atmung und bemerke, wie schon nach ein paar Atemzügen das Übermaß an Spannung nachlässt, sich die sexuelle Energie im gesamten Körper verteilt, mich von Kopf bis Zeh wohlig erschaudern lässt.

Die jugendliche Härte hat sich bald gelegt, aber die sinnliche Empfindung bleibt.

Jede Pore atmet Lust und ich kann jeden einzelnen Augenblick genießen. 

Das hört nicht auf – das geht stundenlang so weiter!

Selbst nachdem wir voneinander gelassen haben, laufen immer wieder wohlige Schauer meinen Rücken hinauf.

Und zwischendurch atme ich immer wieder bewusst, um den Überschuss an schönen, prickelnden Gefühlen aus meinen Lenden in meinem gesamten Körper zu verteilen.

Ich fühle mich jung und lebendig und so voller Glück.

Und das mit über 60!

Kein chemischer Überhang blauer Tabletten der Pharmaindustrie versetzen mich so in Hochstimmung, alles geschieht ganz natürlich.

Vermutlich hat Mutter Natur sich das genau so vorgestellt, als sie uns mit all diesen vielfältigen Empfindungsmöglichkeiten erschaffen hat.

Das alles hat für mich eigentlich mit einer Tantramassage angefangen.

Ein sinnliches Ganzkörpererlebnis, das bis in die Seele berührt.

Und mich schließlich auf den Weg gebracht hat herauszufinden, was das eigentlich ist, das „Tantra“; was da noch so möglich ist, wenn so eine -technisch gesehen- recht schlichte Berührung meiner Haut so tiefgehende Empfindungen ermöglicht.

Ich will hier niemanden langweilen mit Literaturhinweisen. Als bekennender „Bücherwurm“ war das für mich ganz selbstverständlich, mich durch Berge von Büchern zu fressen. Aber, wie meistens im Leben: es ist gut zu wissen, aber wirklich lernen wir erst durch das Tun.

Ganze Welten taten sich auf und tun sich immer wieder neu auf. 

Ich begegne neuen, uralten Ideen, 

Menschen, die wie ich auf der Reise sind, 

Menschen, die einige Schätze gefunden haben.

Ich begegne meinen eigenen Dämonen.

Ich begegne allumfassender Liebe.

Ich begegne mir selbst.

Ich lerne still zu sitzen und zu meditieren.

Ich lerne zu tanzen und zu spielen.

Ich lerne zu zappeln und zu schreien.

Ich lerne mich selbst wahr zu nehmen und an zu nehmen.

Ich lerne ganz neu und ganz bewusst ein Mann zu sein.

Ich lerne ganz neu und ganz bewusst dem Weiblichen zu begegnen.

Ganz bei mir zu sein und gleichzeitig ganz bei meinem Gegenüber.

Ganz zu sein.

Mit Haut und Haar, Kopf und Herz, Körper und Seele.

Ich erfahre, dass Spiritualität und Sexualität keine Gegensätze sind, sondern ganz natürlich zusammen gehören.

Dass Sex Gebet sein kann;

der Körper ein Tempel ist.

Mir ist geholfen worden, alte Körperpanzer zu lösen. Panzer, die ich zum Schutz vor emotionalen Schmerz angelegt hatte, die inzwischen aber nur hindern, statt zu nützen.

Ich habe mich bewusst der Ejakulation enthalten und so meinen Körper wieder in seinen natürlich-energievollen Zustand gebracht, in dem ich wieder den unbefangenen Zugang zu meiner Intuition und Schöpferkraft gefunden habe.

Und so wende ich mich nicht von der Welt ab, um als Asket das Fleischliche zu besiegen, sondern ehre die Gaben, mit denen wir so reichlich beschenkt worden sind.

Ich lerne wieder, in Dankbarkeit zu genießen.

Für mich und diesen Tempel zu sorgen.

Den einzelnen Moment der Freude auszukosten.

Dabei fühle ich mich immer jünger, von Lebensenergie durchströmt.

Und das nicht nur im übertragenen Sinne, sondern ganz konkret, bis in jede Zelle, jedes Nervenende.

Ich fühle mich so unglaublich lebendig, so voller lustvoller Energie, so randvoll mit Freude und Liebe!


 

Menstruation ist (auch) Männersache

Und schon schlägt mir von allen Seiten Widerstand entgegen.

Die Frauen finden, dass das ein ur-weibliches Thema ist, zu dem Männer nun echt nichts zu sagen haben und die Männer finden, dass das ein Thema ist, mit dem sie möglichst nicht behelligt werden möchten.

Aber zwangsläufig haben Männer damit zu tun, wenn sie mit einer Frau in entsprechendem Alter zusammenleben:
Gereiztheit und schlechte Laune – jeden Monat müssen Sie das bei Ihrer Partnerin erleben, jeden Monat sicher eine Woche lang.

Die gleiche Haltung bei den meisten Frauen: von Krämpfen und unerwünschten Gefühlsausbrüchen gebeutelt schlucken sie Schmerzmittel, warten darauf, dass es vorbeigeht und versuchen in der Zwischenzeit möglichst so zu tun, als ob nichts wäre. Nur nichts anmerken lassen, „einfach“ weiter funktionieren. In der Familie und vor allem in der Arbeitswelt.

Der Niederländer Peter de Vroed ist dem nachgegangen und hat über 500 Frauen befragt, wie sie ihren Zyklus erleben und wie sie die Zeit der Menstruation durchleben.

Die Ergebnisse und seine Folgerungen daraus hatte in einem E-Book veröffentlicht (Peter de Vroed: „Men-struatie – ook een mannen-zaag„,  global-portals 2016, ) und gemeinsam mit seiner Freundin ausprobiert, wie man das besser angehen könnte.

Setzt bei ihr die Blutung an, dann bekommt sie einen ganzen Tag Ruhe. Ruhe von allem: keine Arbeit, kein Haushalt, keine Kinder.

Er bringt ihr heißen Tee und erledigt alles, was getan werden muss.

Sie hat den ganzen Tag zum Ausruhen. Neben ihrem Bett liegen Block und Stift bereit, denn ihr kommen oftmals außerordentlich kreative Ideen.

Sie braucht keine Schmerzmittel mehr zu nehmen und die Zeit ihrer Blutung ist von 7-8 auf 1-2 Tage zurückgegangen.

Nach dieser kurzen Zeit der Ruhe ist sie voller Energie, voller neuer Ideen, ausgeruht und ausgeglichen. 
Das kommt ihr, ihrer Familie, und ihrer Arbeit zugute: die ein bis zwei Tage Pause holt sie doppelt wieder ein, da sie jetzt ganz fit ist, konzentriert und effektiv arbeitet, statt wie früher eine ganze Woche schlecht drauf zu sein und nur mit halber Kraft arbeiten zu können. 
Für ihn lohnt sich der Einsatz auch: er muss nicht mehr mit ihrer menstruationbedingten Gereiztheit und starken Gefühlsschwankungen umgehen. 
Das Zusammenleben gestaltet sich für die gesamte Familie viel entspannter und glücklicher. 

Aber nicht nur die komplette Übernahme der häuslichen Pflichten während der Menstruation ist bei diesem Thema Männersache.

Peter geht weiter und schlägt ein gesamtgesellschaftliches Konzept vor (und hat in den Niederlanden schon eine entsprechende Unterschriftenaktion gestartet):

Frauen sollen per Gesetz Recht auf ein bis zwei Tage „Menstruationsfrei“ haben. Die „verlorene“ Arbeitszeit machen Sie durch effektivere Arbeit danach doppelt wieder wett und da sie nicht jeden Monat über ihre Kräfte arbeiten, bleiben sie besser gesund.

So ist das ein politisches Thema geworden. Eins, dass unser Bewusstsein anspricht, etwas das organisiert werden muss.

Wir Männer sind aufgerufen, den entsprechenden Rahmen mit zu schaffen, damit Frauen ihrer Biologie entsprechend leben und arbeiten können.

Bislang haben die Frauen sich der Männergesellschaft anpassen müssen, stehen im Beruf „ihren Mann“.

Aber zu einem unverhältnismäßig hohen Preis: Sie beuten jeden Monat ihre Energiereserven über die Maße aus, nehmen regelmäßig Schmerzmittel und leiden unter prämenstruellem

Syndrom (PMS).

Das muss nicht sein, wenn wir alle Einsicht zeigen und mit der Natur arbeiten, statt gegen sie, wenn wir gemeinsam gesunde, natürliche Bedingungen schaffen.

In diesem Sinn ist Menstruation auch Männersache. 

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